Der Proviantmeister: Der heimliche Held des Schiffes

von Navina @ kreuzfahrt.de

Eine der wichtigsten Aufgaben für die Kreuzfahrtreedereien: der Einkauf der Lebensmittel
Die Planung der Einkäufe für Kreuzfahrtschiffe ist eine logistische Herausforderung

Wir lieben Kreuzfahrten und die Völlerei

Sind wir einmal ehrlich, nach einer Kreuzfahrt fürchtet ein jeder von uns den Gang auf die Waage. Trotz all den spannenden Landausflügen und den Aktivitäten an Bord, es soll ja auch ein Fitnessstudio geben, zeigt die Waage immer etwas mehr als vor dem Urlaub. Zugegeben, das gilt für fast alle Urlaubsarten, aber vor allem auf einer Kreuzfahrt verfallen wir ins Schlemmen. Das liegt zum einen an den unglaublichen Leckereien, die uns in den unterschiedlichsten Restaurants serviert werden und zum anderen daran, dass die meisten davon All-Inclusive sind.

Die wichtigste Person an Bord

Der Captain, denn er bringt uns sicher an unser Ziel! Oder aber auch der Koch, der uns auf den Weltmeeren so unaussprechlich köstlich verpflegt. Doch die Versorgungskette beginnt auf einem Kreuzfahrtschiff noch vor dem Koch, dieser kann nur die Lebensmittel verwerten, die auf Lager sind und dass sie genau das sind, darum kümmert sich der Proviantmeister des Schiffes. Wir haben also den heimlichen Helden jeder Kreuzfahrt gefunden!

Die Lagerräume eines Schiffes

Zunächst geht es durch eine Tür: Einmal geöffnet wird es direkt kühl und man steht vor großen Stahltanks. „Das ist unser Bierlager. Von hier fließt das Bier über Leitungen direkt zu den Bars und in die Restaurants. Die Tanks werden in Hamburg befüllt und per Container aufs Schiff gebracht. Im Inneren der Tanks ist das Bier in Plastiksäcken abgefüllt. 12.000 Liter Bier haben wir an Bord, das reicht in der Regel für drei Wochen,“ erklärt André Skorloff, schon seit 30 Jahren Proviantmeister auf diversen Kreuzfahrtschiffen.

Weiter geht es zu den Lebensmitteln – doch so pompös wie in den Spezialitätenrestaurants sieht es hier natürlich noch nicht aus. Unmengen an Kartoffeln, Eiern und Obst sind hier zu finden.  „Die meisten Lebensmittel bekommen wir aus Hamburg geliefert - egal ob wir gerade in der Karibik oder in Dubai unterwegs sind. Da spielen vor allem die Qualität und der Preis eine Rolle. Vor Ort würden wir das kaum so bekommen. Deshalb erreichen uns alle 14 Tage acht Container Essen und alle 14 Tage fünf Container Getränke und Dinge für den Hotelbedarf - rund 110 Tonnen pro Ladevorgang. Einige Dinge kaufen wir aber zusätzlich vor Ort, zum Beispiel Eier, Obst oder Salat. Auch die Köche der Spezialitätenrestaurants gehen auf die Märkte vor Ort und kaufen zum Beispiel frischen Fisch.”
Doch können nicht alle Lebensmittel immer marktfrisch an Bord geliefert werden. Dafür geht es eine Etage weiter nach unten, wo die Tiefkühlwaren auf ihre Zubereitung warten. Knapp die Hälfte der Lebensmittel sind Tiefkühlwaren, die ebenfalls in Containern aus Hamburg kommen. Vor allem Fleisch wird tiefgekühlt geliefert, aber auch Pommes stehen hier ganz oben auf der Liste. Skorloff erklärt, dass vor allem bei hoher Familienauslastung an Bord viele Pommes gegessen werden – in 14 Tagen können es bis zu 1200 Kilo sein.

Doch nicht nur Lebensmittel liegen in einem Schiff auf Lager

Zu den zahlreichen Lebensmitteln kommen rund 6000 Utensilien für andere Stellen an Bord. Ob Waren für die Bordshops, Produkte für die Kabinen oder auch Hygieneartikel, hier findet sich wirklich alles. Ein besonderer Artikel ist das Toilettenpapier. Klingt jetzt erstmal nicht sehr speziell, aber für ein Kreuzfahrtschiff ist es unabdingbar: Aufgrund eines speziellen Abflusssystems, braucht es bestimmtes Toilettenpapier und daher ist dieses Produkt an Bord besonders kostbar.

Keine leichte Koordination

„Rund sechs Wochen Vorlauf haben wir da in der Regel. Bei weiter entfernten Fahrtgebieten ist es sogar noch etwas länger. 14 Tage ist der Container ja schon von Hamburg bis hier auf die Kanaren per Schiff unterwegs.” So muss immer frühzeitig geplant, bestellt und koordiniert werden und auch während einer Kreuzfahrt gehen ständig Bestellungen der Restaurants bei Skorloff ein, die dann direkt nach Hamburg weiter geleitet werden.

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