Krank im Urlaub – Medizinische Versorgung auf dem Kreuzfahrtschiff

von Daniela @ kreuzfahrt.de

Auf Kreuzfahrtschiffen ist jeder Passagier gut versorgt
Krank im Urlaub? Ärgerlich, aber kein Grund zur Sorge ...

Endlich ist es so weit, der lang ersehnte Urlaub ist endlich da und die Kreuzfahrt hat endlich begonnen. Zeit, sich zurückzulehnen und sich mal so richtig zu entspannen. Doch was, wenn man sich plötzlich krank fühlt oder gar verletzt? „Krank im Urlaub, oje.“ – bei vielen hält sich der Glaube, auf Kreuzfahrtschiffen gäbe es keine ausreichende medizinische Versorgung, wacker. Dass es jedoch überhaupt keinen Grund zur Beunruhigung gibt, liest Du im folgenden Artikel.

 

Krank im Urlaub? – Beim Schiffsarzt bist Du in besten Händen

Auf Kreuzfahrtschiffen kommt man normalerweise eher in den Geschmack von tollen Restaurants, Bars, Sonnendecks und einmaligem Entertainment. Doch wer einmal in die unangenehme Situation kommt, auf einer Kreuzfahrt den Schiffsarzt besuchen zu müssen, der wird überrascht sein. Auf allen großen Kreuzfahrtschiffen befinden sich sehr gut ausgestattete Hospitalbereiche, die über Behandlungsräume, Krankenzimmer sowie einen Empfang mit Wartebereich verfügen.

Auf der bordeigenen Krankenstation arbeiten im Normalfall zwei Schiffsärzte sowie zwei Krankenpfleger abwechselnd im 24-Stunden-Dienst. Die Gewährleistung der einwandfreien Versorgung und der gesundheitlichen Betreuung ist den Reedereien besonders wichtig. Doch auch gesetzlich sind die Kreuzfahrtunternehmen dazu verpflichtet, ab 75 Passagieren mindestens einen Arzt und ab 800 Passagieren mindestens zwei Ärzte für die medizinische Versorgung an Bord zu verpflichten.

Ärzte, die auf Kreuzfahrtschiffen tätig sind, müssen ein humanmedizinisches Studium absolviert haben und somit mindestens als Allgemeinmediziner qualifiziert sein. Viele Schiffsärzte verfügen darüber hinaus noch über eine fachärztliche Ausbildung und sind beispielsweise Internisten, Chirurgen oder Anästhesisten. Weitere Bedingungen, um an Bord eines Kreuzfahrtschiffes als Arzt anheuern zu können, ist die Zusatzqualifikation als Notfallmediziner sowie die Fähigkeit, perfekt Englisch sprechen zu können.

 

Die Aufgaben eines Schiffsarztes

Für die Patienten sollten alle notwenigen Medikamente bereitstehen
In den bordeigenen Apotheken gibt es alle wichtigen Medikamente

Dem Schiffsarzt obliegen somit eigene wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben. Er kontrolliert die Vollständigkeit der Bordapotheke und kümmert sich um die Bestellung neuer Medikamente; er überwacht und koordiniert bestimmte Hygienemaßnahmen, um Infektionskrankheiten zu vermeiden; er überwacht die Funktionstüchtigkeit von Geräten und die Einhaltung von Verordnungen; er behandelt und beaufsichtigt Patienten mit (Infektions-)Krankheiten oder Verletzungen; er führt regelmäßige Drogen- und Alkoholtests bei den Crewmitgliedern durch und verabreicht ihnen wichtige Impfungen. Weiterhin stimmt er sich bei einer Weiterbehandlung eines Passagiers an Land mit den Ärzten in den Krankenhäusern vor Ort ab. Wie beim normalen Hausarzt gibt es auch auf hoher See bestimmte Sprechzeiten für die Patienten – der Schiffsarzt ist über die Rezeption allerdings auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar.

 

Die Ausstattung eines Bordhospitals

Ein Defibrillator kann Leben retten
Ein Defibrillator gehört zur Ausstattung eines Schiffes

Die Krankenstationen auf Kreuzfahrtschiffen sind meist ähnlich ausgestattet wie normale Krankenhäuser. Üblicherweise findet der kranke Schiffsgast zwei bis drei Zwei-Bett-Zimmer und teilweise sogar ein Intensivbett zur Überwachung der Vitalfunktionen im Bordhospital vor. Um die Patienten rundum versorgen zu können, gibt es sogar eine Schiffsapotheke, in der alle notwenigen Medikamente verfügbar sind. Weiterhin stehen in den Krankenbereichen auf den Schiffen auch wichtige Geräte wie EKGs, Defibrillatoren, Röntgen- und Ultraschallapparate sowie teilweise auch Dialysen bereit.

Das Personal in den Krankenstationen an Bord ist sogar in der Lage Blutabnahmen, Laboruntersuchungen und, im äußersten Notfall, sogar Operationen durchzuführen. Von Operationen auf dem Schiff wird in der Regel allerdings abgesehen, da die Lagerungs- als auch die Transportbedingungen für Patienten zu Komplikationen führen könnten. Für gewöhnlich versucht der behandelnde Arzt den Patienten so weit wie möglich zu stabilisieren, um ihn dann beim nächsten Landgang an ein Krankenhaus weiterzugeben.

 

Planung und Vorsorge sind die halbe Miete

Keine Frage – wer auf einem Kreuzfahrtschiff erkrankt, ist in professionellen Händen und rundum gut versorgt, ein wenig vorsorgen sollte man allerdings trotzdem. Besonders Urlauber, die auf bestimmte Behandlungen oder Medikamente angewiesen sind, sollten sich vorher eingehend informieren, ob ihre Behandlung an Bord fortgeführt werden kann oder ob die von ihnen benötigten Medikamente mitgeführt werden dürfen. Nicht jedes Schiff verfügt beispielsweise über ein Dialysegerät. Dass Schwangere ab der 24. Woche und auch Säuglinge bis zu einem bestimmten Alter nicht an einer Kreuzfahrt teilnehmen dürfen, ist bei den meisten Urlaubern bereits bekannt. Grund dafür ist, dass auf Kreuzfahrtschiffen weder Kinderärzte noch Hebammen beschäftigt werden und die Reedereien kein Gesundheitsrisiko für ihre Passagiere eingehen wollen.

Spätestens wenn man auf dem Kreuzfahrtschiff angekommen ist, sollte man sich darüber hinaus mit der Notfallnummer des jeweiligen Schiffes vertraut machen, soweit es eine gibt – denn nicht bei jedem krankheitsbedingten Zwischenfall kann der Patient noch allein zum Bordhospital gelangen. In diesen Fällen macht sich dann der diensthabende Arzt gemeinsam mit einer Pflegekraft auf dem Weg zum Patienten.

Eine Auslandskrankenversicherung ist für Kreuzfahrten ratsam
Arztkosten werden nur bedingt übernommen

Bevor man sich auf ein Kreuzfahrtschiff begibt, sollte man sich allerdings auch über eventuelle Behandlungskosten an Bord der Schiffe informieren. Wer sich auf hoher See in Behandlung begibt, oder behandelt werden muss, der muss zunächst einmal alle Behandlungskosten selbst übernehmen. Ob die Kosten von der heimischen Krankenkasse übernommen werden, ist allerdings eine andere Frage – in vielen Fällen werden die Kosten nur zum Teil oder gar nicht übernommen. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die auch Seereisen miteinschließt. Denn schon bei kleineren Wehwehchen können unter Umständen schnell dreistellige Beträge zusammenkommen. Ein weiterer guter Tipp ist außerdem, sich vor Reiseantritt selbst eine kleine Reiseapotheke mit Pflastern, Mitteln gegen Kopfschmerzen, Reisekrankheit und Durchfall sowie Wund- und Heilsalbe zusammenzustellen.

Auf Kreuzfahrten heißt es also: Krank im Urlaub? – Kein Problem, Du bist in den besten Händen!

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