Geirangerfjord: UNESCO Weltnaturerbe live erleben

von Simone Hock

Wer von Norwegen spricht, der denkt an die pure Natur: hohe Berge, tosende Wasserfälle, sattgrüne Landschaften und tiefblaues Wasser. Schließlich ist die skandinavische Halbinsel vor allem für ihre malerischen Fjorde bekannt. Wir haben uns das „Juwel der norwegischen Fjorde“ genauer angesehen und nehmen euch mit auf eine Reise an den Geirangerfjord.

Powered by Nature - so wirbt Norwegen gerne für sich. Gut nachvollziehbar, denn hier findet ihr raue, scheinbar unberührte Naturattraktionen. Uns zieht es an eine mit Abstand schönste Fjordlandschaft der Welt. Der Geirangerfjord ist zusammen mit dem Nærøyfjord seit 2005 sogar Teil des UNESO-Weltnaturerbes. Warum? Wegen der einzigartigen Naturvielfalt und der weitestgehend unbeeinflussten Landschaft.

Kollage vom Geirangerfjord in Norwegen
Eindrücke von unserem Besuch am Geirangerfjord in Norwegen.

Was ist das Besondere am Geirangerford?

Wir starten eine kleine imaginäre Reise mit euch. Schließt die Augen und stellt euch folgendes vor: Ihr fahrt durch den 15 Kilometer langen und stellenweise circa 1,3 Kilometer breiten Geirangerfjord. Die Berggipfel um den Fjord herum erreichen eine Höhe von etwa 1.700 Metern Höhe. Rechts und links von euch ragen 600 Meter große Felsen in den Himmel. Das Wasser vor euch ist Wasser bis zu 260 Meter tief und besitzt eine perfekte nachtblaue Farbe.

An steilen Abhängen könnt ihr noch alte Bauernhöfe entdecken, die mittlerweile verlassen sind. Zu gefährlich, steil und unsicher sind die Wege zu ihnen. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen gehören die Höfe Skageflå, Knivsflå, Blomberg, Matvik und Syltevik zu den bedeutendsten kulturhistorischen Stätten der Region.

In der Ferne am nördlichen Ufer könnt ihr bereits lautes Getöse hören. Regen- und Tauwasser stürzen von den Felswänden herunter.  Es ist nicht nur ein Wasserfall, es sind gleich mehrere. Zu Ihnen gehört die norwegische Sage „De Syv Søstre“. Sieben schmale Wasserfälle liegen dicht nebeneinander, sie werden die Sieben Schwestern genannt. Gegenüber fließen die Wasserströme des Freiers. Der Legende nach hat er um jede der Damen geworben, die allerdings alle ablehnten. Daraufhin soll der Freier in seinem Kummer zum Alkohol gegriffen  haben, weswegen er heute eine flaschenähnliche Form hat. Das Farbenspiel der Sonne zaubert je nach Sonneneinstrahlung einen wunderschönen schillernden Regenbogen aus den Millionen kleinen Wassertröpfchen.

Die unberührte Natur Norwegens ist dank des milden Klimas auch das Zuhause von Bergrentieren, Polarfüchsen, Luchsen und über 100 See-, Wald-, und Hochgebirgsvögeln. Vergessen wollen wir aber nicht die Fische und die imposanten Schweinswale.

Wir sind am Ende unserer kleinen Tour angelangt. Von Hellesylt haben wir es bis an die einzige Stadt am Ford geschafft, die passenderweise Geiranger heißt.

 

Wie kann ich den Geirangerfjord so hautnah wie möglich erleben?

Der wunderschöne Fjord ist nicht nur per Kreuzfahrtschiff zu erreichen. Vielleicht entscheidet ihr euch auch für eine dreistündige Kajaktour. Guides statten euch mit Rettungsweste und hilfreichen Tipps zum richtigen Paddeln aus. Die Kondition müsst ihr allerdings selbst mitbringen. PS: An sonnigen Tagen bitte pflichtbewusst die Sonnencreme einpacken J

Falls ihr mehr Abenteuer sucht, solltet ihr euch im Rafting versuchen. Adrenalin ist auf jeden Fall garantiert!

Mit der Fähre Veøy könnt ihr in einer Stunde den Geirangerfjord durchqueren. Ein mehrsprachiger Fremdenführer begleitet euch auf der Fahrt und versorgt euch mit spannenden Infos rund um die Region.

Möchtet ihr lieber auf dem Trockenen bleiben? Dann können wir euch noch Wandern, Radfahren oder Angeln ans Herz legen.

 

Gibt es empfehlenswerte Aussichtspunkte an Land?

Aussichtsplattform am Geirangerfjord
Beeindruckender Ausblick von einer Plattform am Geirangerfjord.

Auch daran hat man in Norwegen natürlich gedacht: Auf gewundenen Bergstraßen könnt ihr tolle Aussichtsplattformen mit Panorama-Blick-Garantie finden:

Geiranger Skywalk 
Seit 2016 könnt ihr auf dem Skywalk eine der beeindruckendsten Aussichten in 1.500 Metern Höhe genießen. Am Berg Dalsnibba bietet sich euch ein Blick auf das Hochgebirge, die Gipfel und die Fjorde.

Flydalsjuvet 
Von hier aus knippst ihr wie die Profis. Der Blick auf den Geirangerfjord, die Stadt Geiranger und die vielen Kreuzfahrtschiffe findet sich in vielen norwegischen Touristenwerbungen wieder. Die Aussicht könnt ihr auf insgesamt zwei Plattformen auf euch wirken lassen, die miteinander verbunden sind.

Ørnesvingen
Auch bekannt als die „Adlerkurve“, ist der steilste Streckenabschnitt der Straße in Richtung Eisdal. Ihr müsst 11 Serpentinen hinter euch lassen, bis ihr am Ende der steilen Kurven einen tollen Ausblick bestaunen könnt. Neben dem Fjord und seiner Stadt habt ihr sogar freie Sicht auf die Wasserfälle der Sieben Schwestern. Adlerkurve übrigens deshalb, weil die Straße durch ein Adlergebiet führt.

Es sind sogar neue Plattformen für die perfekte Aussicht geplant, eine spektakulärer als die andere. Bis 2020 sollen sie dann fertig gestellt sein.

Unser kulinarisches Schmankerl

Als letztes wollen wir euch noch einen kleinen Geheimtipp geben: Die Hellesylt Boutique & Bar ist neben dem großartigen Kaffee auch noch für eine besondere Baiservariation bekannt. Oder habt ihr schon einmal das Schaumgebäck mit Lakritze-Aroma probiert? In der Speisekarte des Restaurants lassen sich noch weitere spannende Kombinationen finden, die getestet werden wollen.

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