Curaçao: Die „niederländischste“ Insel der Karibik erwartet dich!

von Carsten @ kreuzfahrt.de

Empress of the Seas geht in Curaçao vor Anker
Empress of the Seas ist das älteste und kleinste Schiff der Reederei Royal Caribbean Cruise Line

Am Dienstag, den 7. März 2006 war ich das erste und bisher einzige Mal auf Curaçao - und zwar mit der süßen und schnuckeligen Empress of the Seas! Das klingt zwar wie eine venezuelanische Tänzerin, ist aber in Wirklichkeit das kleinste Schiff der amerikanischen Reederei Royal Caribbean. Als ich morgens aufwachte und den Vorhang meiner Außenkabine auf Deck 7 beiseiteschob, dachte ich, ich würde noch träumen. Vor meinen Augen zogen hübsch anzusehende bunte Häuschen vorbei - eines schöner als das andere, als wären wir bei „Alice im Wunderland“.

 

Die niederländischen Einflüsse auf der Insel sind greifbar!

Die Gebäude auf Curaçao sind farbenfroh. Zudem beeindruckt die Hauptstadt mit Architektur aus dem 17. Jahrhundert
Insel mit buntem Wiedererkennungswert

Die Empress fuhr die rund zwei Kilometer lange und etwa 300 Meter breite St-Anna-Bucht entlang, unter der 56 Meter hohen Queen-Juliana-Brücke hindurch, um im siebtgrößten Naturhafen der Welt zu wenden – und prompt waren alle Träume ausgeträumt. Im natürlichen Hafen Schottegat, immerhin seit 1997 auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste, befindet sich zudem eine der weltgrößten Raffinerien. So etwas gibt ebenfalls in der Karibik! Glücklicherweise dauerte das Wendemanöver nicht lange und die Empress of the Seas legte in der St-Anna-Bucht, direkt gegenüber den Farbklecksen, an. Runter vom Schiff, über die Königin-Emma-Brücke (die die Stadtbewohner augenzwinkernd Emma nennen) und nach einem etwa 500 Meter langen Fußweg stand ich im Wunderland.

Was die Holländer hier seit der Eroberung durch ihre Westindien-Kompanie 1634 (so lange ist Curaçao niederländisch) auf die Beine gestellt haben, ist aller Ehren wert. Bereits 1635 wurde am südöstlichen Ende des Kanals das Fort Amsterdam errichtet, um die Hafeneinfahrt zu schützen. Das Fort steht immer noch und beherbergt heute die Regierung Curaçaos. Um die Anlage herum hat sich im Laufe der Zeit eine Stadt entwickelt, die mit ihren gut ausgebauten Straßen, den Backsteingebäuden und der auch ansonsten recht ansehnlichen Infrastruktur mehr mit den Niederlanden gemein hat als mit anderen Karibikinseln. Denn auf diesen errichteten die Einwohner aufgrund mangelnder alternativer Rohstoffe Häuser aus Holz.

Aber auch sonst sind die Einflüsse des europäischen Mutterlandes nach wie vor greifbar. Kein Wunder, denn die kleine Insel ist ein autonomes Land innerhalb des Königreichs. Die Amtssprache ist Niederländisch (wobei die Kreolsprache Papiamentu zugegebenermaßen als gesprochene Sprache dominiert), Staatsoberhaupt ist König Willem-Alexander und die offizielle Währung ist der Antillen-Gulden. Zudem beherbergt die Insel eine Vielzahl niederländischer Auswanderer, die die Stadt über die Jahrzehnte mitgeprägt haben.

 

Aktivitäten auf der Insel: Alles, was das Urlauberherz begehrt!

Naturbegeisterte freuen sich über weiße Sandstrände und eine einzigartige Flora und Fauna
Muss in Curaçao: Strandtag einplanen!

Curaçao ist die dritte der ABC-Inseln innerhalb der Kleinen Antillen und vor allem für seine Flamingokolonien und seinen Orangenlikör bekannt. Taucher lieben die facettenreiche Unterwasserwelt, Städtefans sind dagegen völlig entzückt über die authentische holländische Bauweise des 17. Jahrhunderts. Ein weiterer Pluspunkt: Auf der Insel herrschen ganzjährig sommerliche Temperaturen, selbst während der sonst in der Karibik so unangenehmen Hurrikansaison!

Auch sonst ist alles vorhanden, was Einheimische oder Touristen benötigen. Viele Geschäfte buhlen mit Duty-Free-Preisen um ihre vornehmlich US-amerikanische Kundschaft. Zwar besitzt die Insel ihre eigene Währung, aber auch die Bezahlung via US-Dollar ist verbreitet.Die Restaurants bieten glücklicherweise nicht nur holländisches Essen, sondern auch regionale und internationale Küche an. Und neben dem obligatorischen Heineken sind auch andere Getränke käuflich erwerbbar.

Strände gibt es natürlich auch: Die meisten davon sind im Süden und Westen der Insel zu finden, allerdings muss man dafür etwas fahren. Hier unsere drei Top-Strände auf Curaçao: Der Nächstgelegene ist der „Parasasa Beach“, rund 4,5 Kilometer vom Hafen entfernt. Etwa 6,5 Kilometer sind es bis zum „Mambo Beach“. Beide Strände sind für Curaçaoer Verhältnisse relativ groß und daher auch etwas belebter. Familien sind am „Jan Thiel Beach“ gut aufgehoben (ca. 11,5 Kilometer vom Hafen). In der Bucht gibt es so gut wie keine Strömung, diverse Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten lassen keine Langeweile aufkommen.

Jetzt stellt sich doch mal die Frage, warum die Niederlande in der Karibik Ländereien besitzt, und wir Deutsche nicht!? Nun, erstens war Deutschland keine „typische“ Seefahrernation, zweitens waren wir im Mittelalter, als es „um die Wurst ging“, durch die Kleinstaaterei zu sehr mit uns selbst beschäftigt und auch zu schwach, um nach Kolonien Ausschau zu halten. Und drittens hatte Deutschland (oder Teile davon) zwar auch einige Ländereien in der Karibik, konnte diese aber entweder nicht halten oder musste sie aus verschiedensten Gründen abgeben. Aber hey, dafür hat unsere Fußballnationalmannschaft vier Sterne auf dem Trikot.  Wenigstens ein kleiner Trost!

 

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