Genuss aus Belgien – Belgische Waffeln, Pommes und Co

von Daniela @ kreuzfahrt.de

Genuss wird in Belgien großgeschrieben
In Belgiens Straßen gibt es viele Leckereien zu entdecken

Direkt neben dem westlichsten Zipfel unseres Landes liegt Belgien – ein Land, das bis heute durch viele sprachlich-kulturelle Unterschiede geprägt ist. Geografisch liegt Belgien zwischen den beiden anderen Beneluxländern, den Niederlanden und Luxemburg, der Großteil des belgischen Südens grenzt allerdings an Frankreich. Der westliche Teil des Landes liegt an der rauen Nordküste, unweit des Ärmelkanals. Durch einen seit Jahrzehnten anhaltenden Interessenskonflikt zwischen Flandern und Wallonien ist Belgien in sechs Gliedstaaten, bestehend aus drei Regionen und drei Gemeinschaften unterteilt: Flandern, Wallonien, Brüssel-Hauptstadt, die flämische, die französische sowie die deutsche Gemeinschaft. Aufgrund der innerpolitischen Konflikte gibt es im belgischen Königreich, ähnlich wie in der Schweiz, drei verschiedene Amtssprachen: Niederländisch, Deutsch und Französisch.

Durch die vielfältigen Unterschiede in der Kultur und der Sprache des Beneluxstaates sind jedoch auch verschiedene Nationalküchen entstanden, die jeden Urlaub dort zu einem kulinarischen Highlight machen. Die wallonische Küche, die auch in gehobenen Brüsseler Gastlichkeiten vertreten ist, ist hauptsächlich französisch geprägt. Durch die Nähe zum Meer gehören in ganz Belgien natürlich auch Meeresfrüchte und Fisch zu den absoluten Leibspeisen. So gibt es in der frankophonen Wallonie das typische Nationalgericht „Moules-frites“, gegarte Miesmuscheln mit Pommes, und in Flandern beispielsweise „Waterzooi“, einen bunten Eintopf mit Fisch.

 

Ardenner Schinken
In den Ardennen gibt es guten Schinken

Die flämische Küche präsentiert sich zumeist deftig, entweder mit Fisch oder Fleisch als Hauptkomponente, allerdings oft in Kombination mit Süßem. Die deutschsprachige Region im Westen Belgiens ist wiederum bekannt für ihre Wurst- und Bierspezialitäten bekannt – zum Beispiel die Eupener Bierwurst, die über die Landesgrenzen hinaus beliebt ist. In den Ardennen, dem einzigen wirklich bergigen Gebiet in Belgien, landet während der Wildsaison zwischen Oktober und Februar vor allem Wild auf den Tellern. Doch auch den original Ardenner Schinken sollte jeder Reisende einmal probieren – denn die köstliche Spezialität wird nur über einem Sägemehl-Feuer oder Ästen mit Blättern geräuchert. Über all diese Einflüsse hinaus, ist insbesondere die Brüsseler Küche durch die Einflüsse afrikanischer sowie vorderasiatischer Einwanderer geprägt.

 

In Belgien kommt man zu ähnlichen Zeiten am Tisch zusammen wie bei uns – die Essenszeiten variieren jedoch von Nord nach Süd ein wenig. Die Flamen finden sich meist gegen 12 Uhr zum Mittagessen und gegen 18 Uhr zum Abendessen zusammen, während die Wallonen sich jeweils erst rund ein bis zwei Stunden später zum Essen treffen.

 

Von Tradition bis Crossover-Kitchen: Belgische Spezialitäten

Het ontbijt – Le déjeuner – Das Frühstück

Im belgischen Land frühstückt man in der Regel ähnlich wie bei den französischen Nachbarn – nämlich süß. Zu Marmelade, Konfitüre und Fruchtaufstrichen wird getoastetes oder nicht getoastetes Brot gegessen. Einige Belgier frühstücken allerdings auch Sandwiches mit Käse oder Wurst. Außerdem gibt es oft Zucker- oder Schokoladenstreusel, die sogenannten Hagelslag, aufs Brot – eine zugebenermaßen recht gewöhnungsbedürftige Kombination, aber probieren geht ja bekanntlich über studieren.

 

Middag- en avondeten – Déjeuner et souper – Mittag- und Abendessen

Ähnlich wie hierzulande, wird auch in Belgien entweder mittags oder abends üppig und warm gegessen. Essen die Belgier zu Hause, wird meist rustikal und einfach aufgetischt. Trifft man sich aber eher in einem Restaurant oder lädt Freunde zu sich ein, dann werden auch schon mal drei Gänge serviert. Und was dieses kleine Land in Westeuropa geschmacklich alles zu bieten hat, das hätten wir uns nicht zu träumen gewagt …

 

Het voorafje – La entrée – Die Vorspeise

Eine beliebte Vorspeise
Spargel mit gekochten Eiern

Egal, ob Du Dich für flämische Gastlichkeit oder wallonische Restaurants mit französischem Touch entscheidest, schon bei einer guten belgischen Vorspeise wird Dir das Wasser im Munde zusammenlaufen. In Flandern gibt es vorneweg oft kleine Köstlichkeiten mit Spargel oder Chicorée wie zum Beispiel „Asperges à la flamande“, also Spargel mit zerlassener Butter und gekochten, klein gehackten Eiern, oder „Witloof“, gebratener oder gedünsteter Chicorée mit Käse überbacken. Doch auch die rohen Tomaten mit Garnelenfüllung namens „Tomates crevettes“ sowie die „Vleesballetjes met krieken“, die kleinen Hackfleischbällchen mit Sauerkirschsauce, solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen.

Auf einer Reise durch die Wallonie gibt es allerdings auch ein paar Appetizer, die Du Deinem feinen Gaumen nicht vorenthalten solltest. Zunächst einmal wäre da der „Lütticher Salat“ oder auch „Salade liégeoise“ – ein aromatischer Mix aus Kartoffeln, Bohnen und Speck – die Portion sollte allerdings nicht allzu groß ausfallen, da er als Vorspeise doch recht üppig ist. Kleine, aber geschmacklich sehr feine Happen sind außerdem die sogenannten „Vol au Vent“, französische Blätterteigtörtchen mit Hühnerfrikassee. Genauso lecker, aber mindestens ebenso reichhaltig sind die Crêpes „Double binchoises“, die aus Mehl, Bier, Milch, Käse, Butter und Eiern hergestellt werden. Auch in der wallonischen Küche findet sich ein ganz bestimmtes Gemüse wieder: der Chicorée. Hierzulande allzu oft nur als Nagetierfutter angesehen, gehört er in Belgien fest auf die Speisekarte. Und so auch in die Chicorée-Cremesuppe, die „Vélouté aux chicons“: eine cremige Suppe aus Chicorée, Kartoffeln, Gewürzen, Gemüsebouillon und Sahne.

 

Het hoofdgerecht – Le plat principal – Das Hauptgericht

Belgisches Nationalgericht: Pommes frites
Pommes frites aus der Tüte

Kommen wir zum Hauptgericht, dem eindeutig wichtigsten Teil eines jeden Essens. Nun, wenn man über die belgische Küche schreibt, müssen an dieser Stelle zu allererst die guten alten „Pommes frites“ erwähnt werden. Denn, auch wenn sich die Erfindung eben dieser Köstlichkeit gern so einige Länder auf ihre Fahnen schreiben wollen – erfunden wurden sie einzig und allein in Belgien. Original belgische Pommes werden übrigens auf eine ganz besondere Art und Weise zubereitet. Zunächst einmal sollten die Kartoffeln geschält und in etwa 1,5 – 2 cm dicke Streifen geschnitten werden. Anschließend werden die Pommes frittiert und das ganze zweimal. Nur dann können sich die knusprigen Kartoffeln als belgische Pommes frites bezeichnen. Stilecht gibt’s die Pommes meistens in einer Tüte auf die Hand mit einer leckeren Sauce nach Wahl obendrauf.

Bei einem genaueren Blick auf die belgische Küche fällt auf, dass sich Flandern und Wallonie kulinarisch gar nicht allzu sehr voneinander unterscheiden. Die Gerichte aus beiden Regionen sind vor allem durch den Fischfang, die weit verbreitete Bierkultur und durch die Verwendung regionaler Gemüsesorten geprägt. Der kleine, aber feine Unterschied zwischen den beiden Arten zu kochen ist letztendlich wohl, dass die flämische Küche eher deftig-rustikal daherkommt und die wallonische Küche aufgrund ihrer französischen Wurzeln etwas gehobener und eleganter ist. Was den Genuss angeht, müssen sich beide Regionen in nichts nachstehen.

In der Wallonie gibt es viele Gerichte, die von den Fängen an der Nordseeküste leben – so zum Beispiel die „Moules frites“ – im Gemüsesud gekochte Miesmuscheln, abgeschmeckt mit Sahne und mit Pommes serviert. Auch „Moules à l’escargot“ werden im südlichen Teil Belgiens oft angeboten, das sind ebenfalls Miesmuscheln, die, wie sonst Schnecken, mit aromatischer Knoblauch-Kräuterbutter überbacken werden. Die Wallonier kochen außerdem leidenschaftlich gerne mit Fleisch und wallonischem Bier, wie zum Beispiel „Carbonnades brabançonnes“ – Rindsgulasch mit Bier, Brühe, verschiedenen Gewürzen und Crème fraîche mit Zitrone; und „Lapin à la Gueuze“ – ein in Gueuze, also fermentiertem Bier, geschmortes Kaninchen.

 

Waterzooi ist typisch belgisch
Gemüseeintopf gibt's oft in Belgien

In nördlichen Teil Belgiens, in Flandern, geht es in der regionalen Küche gern etwas deftiger zu, so stehen beispielsweise kräftige Eintöpfe wie der „Waterzooi“ aus typischem Suppengemüse, verschiedenen Gewürzen und Fisch, Huhn oder Kalbshachse; oder die Flämische Karbonade (flämisch: Stoofvlees) – ein traditioneller Schmorfleisch-Topf auf dem Speiseplan. Neben traditionellen Eintöpfen werden oft auch Gerichte mit Blut- oder Weißwurst zubereitet. „Pens“ ist eines dieser Gerichte, hier wird die Wurst gegrillt und dann mit Kartoffelpüree und Kompott vom Apfel serviert – eine perfekte Kombination aus süßen und sehr kräftigen Komponenten. Natürlich kochen auch die Flamen gern mit dem belgischen Nationalgetränk Bier, wie etwa „Mechelse Koekoek“ – in Bier mit Räucherspeck geschmortes Hühnchen serviert mit Pilzen und Sahnesauce. Das Bier in den Schmorgerichten verleiht der Sauce und dem Fleisch einen besonders kräftig-aromatischen Geschmack und unterstreicht die einzelnen Gewürznoten. Wenn Du also in Belgien unterwegs bist, solltest Du das Bier nicht nur trinken, sondern auch essen!

 

Het toetje – Le dessert – Die Nachspeise

Spekulatius
Spekuloos - die flämische Spezialität

Nach einem kräftigen Schmorgericht sollte auch noch ein wenig Platz für ein leckeres belgisches Dessert sein. Wenn es zum Verdauungskaffee gerne nur eine Kleinigkeit sein soll, bietet sich dazu der flämische Spekuloos an. Der Spekulatius ist eine hauchdünne Keksspezialität aus Flandern, die aus einem feinen Mürbeteig gebacken wird. Ganz besonders lieben die Belgier ihren Spekulatius mit Karamellaroma, das aufgrund des hohen Melasse-Anteils im Zucker entsteht. Und unsere belgischen Nachbarn lieben ihren Spekuloos so sehr, dass es ihn inzwischen sogar schon als Brotaufstrich gibt.

Natürlich sollte auch eine ganz besondere belgische Süßigkeit nicht auf der „To-eat-Liste“ fehlen: die belgische Waffel! Die Original Waffel aus unserem kleinen Nachbarland in Westeuropa unterscheidet sich durch die Zutaten maßgeblich von der bei uns bekannten Waffel. In Belgien bereitet man den Waffelteig nämlich außer mit Butter, Zucker, Eiern, Mehl und Milch noch mit Vanille, Hefe, Salz und Hagelzucker zu. Erst die Hefe und der Hagelzucker machen eine stinknormale Waffel zu einer belgischen Waffel. Und mit einem leckeren Topping nach Wahl wird diese zum kulinarischen Highlight Deiner Belgienreise.

Man lebt ja nur einmal, stimmt’s? Genau aus diesem Grund solltest Du auch den wallonischen „Tarte au riz“ probieren. Bei dem sogenannten Reisfladen wird zartschmelzender Milchreis in einem leckeren Mürbeteig eingebacken. Dieser Tarte ist wirklich jede Sünde wert, versprochen!

 

De praline – La praline – Die Praline

Pralinen sind eine belgische Spezialität
Belgien - das Land der Pralinen

Es gibt mindestens vier Dinge, für die Belgien weltbekannt ist: den Sitz der EU-Organe in Brüssel, Pommes frites, Brauereikunst und – natürlich – das Schokoladenhandwerk. In jeder großen belgischen Stadt reihen sich unzählige kleine Pralinengeschäfte aneinander, die kreative und unfassbar leckere Pralinen und Trüffel aus eigener Herstellung anbieten. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Von belgischen Meeresfrüchten über Pistazien-Nougat bis hin zu Basilikum-Trüffel gibt es nichts, was es nicht gibt. Und das besondere an belgischer Schokolade ist: Die meisten Chocolatiers fertigen ihre zartschmelzenden Köstlichkeiten mit 100 % Kakaobutteranteil. Hm, lecker …

 

Het bier - La bière - Das Bier

Bier aus Brügge

In Belgien gehört die Tradition des Bierbrauens genauso zur Kultur wie die Pommes in der Tüte. Schon vor dem Mittelalter haben die ersten Belgier mit dem Brauen des goldenen Hopfensaftes begonnen. Inzwischen gibt es insgesamt rund 1000 verschiedene Biersorten, darunter normale Biere, Biere aus Handswerksbraukunst sowie spezielle Biere wie Stark- und Fruchtbiere. Eines der wohl bekanntesten Biere ist Stella Artois, das weltweit über viele Bartheken gereicht wird. Weitere international beliebte Biere sind Leffe, Kriek und Jupiler. Wer unbedingt einmal in Belgiens Braukunst eintauchen möchte, sollte der Brüsseler Bierkneipe "Delirium" einen Besuch abstatten. Hier gibt's Hunderte von verschiedenen Bieren aus ganz Belgien - natürlich serviert in stilechten Biergläsern.

 

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Dann haben wir hier drei tolle Kreuzfahrtrouten für Dich im Angebot:

#1 Wie wäre es denn mit einer wundervollen, einwöchigen Reise mit der MS Aurelia von Phoenix Reisen? Das Flussschiff nimmt Dich von aus Köln aus mit zu Zielen wie Nimwegen, Gent, Antwerpen und Rotterdam.

#2 Bei dieser entspannenden Kurzkreuzfahrt geht's mit der A-Rosa Brava ins wunderschöne Antwerpen und nach Amsterdam.

#3 Auf nach Zeebrügge und anderen entzückenden Reisezielen geht's mit der MSC Magnifica auf einer relaxten, einwöchigen Westeuopa-Kreuzfahrt.

 

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