Landausflug Abu Dhabi: Was ihr über die Wüstenstadt noch nicht wusstet!

von Carsten @ kreuzfahrt.de

Aufgrund des rasanten Wachstums zählt die Wüstenstadt seit 1980 zu den modernsten Metropolen weltweit.
Abu Dhabi möchte anhand der Gestaltungskultur zu einem Pol der Kunst und Kultur werden. / Foto: Quelle Pixabay

Abu Dhabis Geschichte erinnert an die Sache mit der Ketchup-Flasche: Lange tut sich nichts und dann kommt alles sehr schwungvoll. Die Gegend um Abu Dhabi wurde bereits vor mehreren tausend Jahren besiedelt, so richtig los ging es allerdings erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach einer drei Jahrzehnte andauernden Suche wurden um das Jahr 1960 herum die ersten Ölfelder entdeckt. Nach dem Bau von Pipelines begann schon bald der Export des schwarzen Goldes – und die Verwandlung der Region setzte ein. Etwas später kam ein weiterer, entscheidender Aspekt dazu: Im Jahr 1967 verkündete Großbritannien, dass es seine Militärbasen in der Golfregion verlassen und seinen Status als Schutzmacht aufgeben würde.
 

Cleverer Schachzug: das Geschäft mit dem Öl

Herrscher des Emirates Abu Dhabi war zur damaligen Zeit Zayed bin Sultan bin Zayed Al Nahyan, der sein Land klug und weitsichtig regierte. Er erkannte die Chance, die das Business mit dem Öl mit sich bringt, und wusste darüber hinaus auch, dass gerade die kleinen Emirate alleine nicht überlebensfähig sein würden. Was tat er also? 1971 gründete er die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) mit dem Ziel, Öl zu fördern, zu exportieren und die Einnahmen dazu zu verwenden, sein Land nachhaltig zu entwickeln. Als Großbritannien die Emirate am 2. Dezember 1971 in die Unabhängigkeit entließ, gründete er am selben Tag gemeinsam mit den Führern der Nachbaremirate die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Im Februar 1972 stieß Ras al Khaimah als siebtes und letztes Emirat hinzu.
 

Reich, reicher, Abu Dhabi!

Von Anfang an hatte Abu Dhabi die Führungsrolle inne. Zu groß, zu reich und zu mächtig ist das Emirat im Vergleich zu seinen Nachbarn, schließlich nimmt Abu Dhabi fast 87 Prozent der Landmasse der VAE ein – das viel bekanntere Dubai wirkt im Vergleich dazu mit gerade einmal fünf Prozent der Fläche recht winzig. In der Golfregion gilt das Motto: „Wo viel Land, da viel Öl.“ Während die Ölquellen Dubais so langsam versiegen, ist in Abu Dhabi noch lange nicht Schluss. Die ADNOC fördert laut eigener Webseite rund drei Millionen Barrel Erdöl – pro Tag, wohlgemerkt! Das reicht aus, um etwa 10.000 Mal von der Erde zum Mond und wieder zurückzufahren.

Die Bevölkerungsentwicklung hat hier darüber hinaus während der letzten Jahrzehnte ebenfalls einen unglaublich schnellen Sprung gemacht! Seit den 1960er Jahren wächst die Einwohnerzahl des Emirates um rund zehn Prozent pro Jahr. Rund drei Millionen Einwohner tummeln sich heute in diesem Scheichtum. Übrigens: Nur etwa eine halbe Million Menschen sind Bürger der VAE, die restlichen zweieinhalb Millionen sind Ausländer!
 

Empfehlung: Was sollte man unbedingt in Abu Dhabi City gesehen haben?

Die Scheich Zayid Moschee strahlt einen ehrwürdigen Charme aus.
Die Scheich-Zayid-Moschee zählt zu den eindrucksvollsten Bauwerken der VAE. / Foto: Quelle Pixabay

Rund die Hälfte aller Einwohner Abu Dhabis lebt in der gleichnamigen Hauptstadt, die auf mehreren Inseln liegt. Die Hauptinsel ist etwa 35 Quadratkilometer groß und mittels mehrerer Brücken mit dem Festland und den zahlreichen Nachbarinseln verbunden. An der nordwestlichen Seite der Hauptinsel befindet sich die Corniche, eine etwa 7,7 Kilometer lange Küstenstraße. Sie führt vom Hafen (im Norden) entlang der Skyline und dem Emirates Palace Hotel bis zum Präsidentenpalast. Hier lebt übrigens Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan, Präsident der VAE und Namensgeber des höchsten Gebäudes der Welt, des Burj Khalifa, welches sich lustigerweise nicht in Abu Dhabi, sondern in Dubai befindet.

Sehenswert in Abu Dhabi ist desweiteren die Scheich-Zayid-Moschee, eine der größten islamischen Gotteshäuser der Welt. Ein wichtiger Tipp: Wenn der Besuch bei klarem Himmel und Sonnenschein stattfindet, empfiehlt sich unbedingt das Tragen einer Sonnenbrille! Die Moschee erstrahlt in einem grellen weiß und ohne Sonnenbrille würde man nichts erkennen. Männer sollten übrigens lange Hosen tragen und Frauen erhalten beim Eingang eine Abaya (islamisches Überkleid) zum überziehen. Abends erstrahlt die Moschee in atemberaubender Beleuchtung und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Und wer Abenteuer sucht, sollte sich einen Wüstenausflug, zum Beispiel zur Liwa-Oase, nicht entgehen lassen. Bei Liwa beginnt die Rub al-Chali (auch Empty Quarter oder „Leeres Viertel“ genannt), die größte Sandwüste der Welt, mit einer Fläche von 780.000 Quadratkilometern und Dünen, die bis zu 300 Meter hoch sein können.

Und wer auf richtig viel Adrenalin aus ist, der sollte auf jeden Fall Yas Island mit ins Ausflugsprogramm nehmen. Dort gibt es zum Beispiel den ersten Ferrari-Themenpark "Ferrari World Abu Dhabi". Durch mehr als 20 aufregende Fahrgeschäfte, interaktives Einkaufen und authentisches italienisches Essen wird den Besuchern die Geschichte von Ferrari erzählt. Ein absolutes Muss ist übrigens eine Fahrt mit der schnellsten Achterbahn der Welt (von 0 auf 240 Stundenkilometern in 4,9 Sekunden). Direkt nebenan liegt die Formel-1 -Rennstrecke Yas Marina Circuit, auf dem der jährliche Formel 1 Etihad Airways Abu Dhabi Grand Prix ausgetragen wird.

„Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.“ Arabisches Sprichwort
 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf eine neuere Version oder verwenden Sie einen anderen, aktuelleren Browser (Firefox, Google Chrome oder Opera).