Schottland: Burgruinen, Kilts & Whisky

von Simone Hock

Verfallene Burgen, weitläufige Berglandschaften, verwilderte Waldgebiete und raue Küsten, das ist Schottland. Die Temperaturen sind hier durch die nördliche Lage niedriger als im Rest von Großbritannien, das Wetter meist unbeständig. Die Fläche von stolzen 78.772 km² verteilt sich auf das Festland und mehrere Inselgruppen. Umgerechnet sind das satte 11 Millionen Fußballfelder.

Wir weisen euch lieber gleich auf ein Fettnäpfchen hin: Die Schotten und die Engländer sind keine großen Fans voneinander. Ihr solltet also darauf achten, die beiden niemals zu vergleichen. Da hört der Humor der Kiltträger nämlich auf.

 

Schottland Aufnahmen
Unsere Highlights von der Reise nach Schottland
Sehenswürdigkeiten von Schottland

Nationalgewandt Kilt

Wir haben ihn schon erwähnt und starten auch gleich mit dem Erkennungsmerkmal der Schotten schlechthin: dem Kilt. Jeder kennt den traditionellen knielangen Faltenrock mit Karomuster. Die Männer in Schottland zeigen eben gerne ihre behaarten Waden. Hättet ihr gedacht, dass es über 4.000 verschiedene Muster gibt? Das ist durchaus wichtig, denn jeder Clan und jede schottische Familie hat seine eigene Darstellung der Karos. Getragen wird der Schottenrock meist zu festlichen Anlässen. Ob mit oder ohne Unterwäsche ist wohl eine individuelle Angelegenheit

 

Schlösser & Burgen

Wenn ein Land mit jeder Menge Schlösser und Burgen angeben kann, dann mit Sicherheit Schottland. Schätzungen nach hat es einmal bis zu 3.000 von ihnen gegeben. Vom schönen Märchen- bis zum düsteren Spukschloss ist alles dabei. Hier unsere persönlichen Lieblinge:

Kelburn Castle und Country Center
Dieses Schloss ist eine echte Überraschung: Wer rechnet schon mit einer bunten Graffiti-Bemalung? Oder einem chinesischen Garten, einem Wasserfall und einem Lebkuchenhaus im Park? Also wir jedenfalls vorher nicht :D

Edinburgh Castle
Klar, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Landes solltet ihr auf eurem Zettel haben. Die Burg steht auf einem erloschenen Vulkan im Zentrum der Hauptstadt. Um Punkt 13 Uhr wird jeden Tag (außer sonntags) die One O’Clock Gun abgefeuert.  

Eilean Donan Castle
Die Burg liegt wunderschön im Westen am Zusammenfluss von drei Seen. Millionen Touristen lassen hier ihre Kameras und Smartphones klicken. Schließlich handelt es sich um eines der meistfotografiertesten Motive von ganz Schottland. Vielleicht auch deswegen, weil auf dem Gelände schon Szenen für die Fantasyserie „Highlander“ und die US-Komödie "Verliebt in die Braut" gedreht wurden.

Campingfreunde aufgepasst! Ihr habt die Möglichkeit, euch in direkter Nähe zu den Burgen und Schlösser nieder zu lassen. Vor vielen Attraktionen gibt es einen Campingplatz, den ihr auf eurer Tour besuchen könnt.

 

Moderne Kunst

Neben den massiven Bauten aus der früheren Geschichte gibt es seit 2013 auch ein modernes und tierisches Kunstwerk zu bestaunen. „The Kelpies“ sind zwei Stahlskulpturen von Bildhauer Andy Scott im Park The Helix. Beide Pferdeköpfe sind jeweils 30 Meter hoch und ganze 300 Tonnen schwer. Ein schmaler Kanal trennt die beiden. Genauer gesagt eine Wasserstraße des Forth and Clyde-Kanals, der den Atlantik im Westen mit der Nordsee im Osten verbindet. Seit der Eröffnung ist das Unfallrisiko auf der vorbeilaufenden Autobahn M9 durch Langsam-Fahrer oder Spontan-Parker dermaßen gestiegen, dass ein Sichtschutz errichtet wurde.

 

Loch Ness

Das Zuhause von dem sagenumwobenen Seeungeheuer Nessie. Das kamerascheue Wesen wohnt angeblich in dem Süßwassersee im schottischen Hochland. Sicher ist dagegen, dass Loch Ness das fischreichste Gewässer in ganz Großbritannien ist. In dem See tummeln sich Aale, Forellen, Lachse und Co., Mitbewohner hat Nessie also definitiv genug :-). Wenn ihr schon einmal da seid, lohnt sich ein Abstecher in der nahe gelegenen Burgruine Urquhart Castle.

 

Schottland erleben

Aktiv-Freizeit

Ihr wollt selbst aktiv werden? Schottland hat 282 sogenannte Munros zu bieten. Dabei handelt es sich um über 900 Meter hohe Gipfel, die ihr besteigen könnt. Alternativ könnt ihr auf den schmalen Pfaden entlang der Küsten eure Kletterfähigkeiten unter Beweis stellen. Ob von  Küste zu Küste, über Viehtreiberwege, ruhige Landstraßen oder am höchsten Berg Großbritanniens, Ben Nevis, vorbei, könnt ihr euch Schottland auch erwandern.

 

Highland Games

Ihr habt sicher schon von den teilweise skurrilen Wettbewerben wie Baumstammwerfen gehört. Willkommen bei den Highland Games! Was nach Spaß klingt, ist ebenso ein Stück Kultur. Von Mai bis September finden an jedem Wochenende Spiele statt. Bis zu 100 davon in einem einzigen Jahr. Auf den Inseln, in den Städten und Dörfern, selbst auf dem Gelände von Burgen. Einfach überall!

In 50 verschiedenen Sportarten können sich die Teilnehmer messen. Aber bitte nur waschecht im Kilt. Die offizielle Scottish Highland Games Association hat schließlich entschieden, dass im karierten Schottenrock angetreten werden muss.

Für die musikalische Unterhaltung sorgen - wie könnte es auch anders sein - Dudelsäcke. Zusammen mit Trommlern werden riesige sogenannte Massed Bands gebildet, die gemeinsam spielen und marschieren. Der Schwert-Tanz oder der berühmte Highland Fling gehören natürlich auch dazu.

Kommen wir zu den Disziplinen. Wer keine sechs Meter langen Baumstämme mit einem Gewicht von 79 Kilogramm werfen kann, der fängt vielleicht mit dem Hammerwerfen an. Oder dem Steinstoßen? Doch Tau ziehen? Für die Adrenalinfreunde Hill Running? Am ungewöhnlichsten ist unserer Meinung nach Haggis Hurling. Obwohl es sogar eine weltweite Meisterschaft gibt. 2011 hat ein Teilnehmer das Lieblingsgericht der Schotten, gefüllter Schafsmagen, ganze 66 Meter weit geworfen und hält damit den Rekord.

Übrigens:
Hammerwurf und Kugelstoßen sind aufgrund der Schotten Teil der Olympischen Spiele. Der Gründer des weltweiten Sportwettbewerbs hatte sie auf einer Vorführung auf der Pariser Weltausstellung 1889 gesehen und einfach übernommen.

 

Rothaarparade in Edinburgh

Das ist kein Scherz! Es gibt sie wirklich, die Parade mit roten Haaren. 2013 hat sie der kanadischer Komiker und Rotschopf  Shawn Hitchins ins Leben gerufen. Inklusive Schildern mit Parolen. Statistisch trifft man tatsächlich nirgendwo anders auf so viele Menschen mit heller Haut, Sommersprossen und roten Haaren als in Schottland. Wir haben erfahren, dass 13 Prozent der schottischen Bevölkerung dieses Aussehen besitzt. 40 Prozent tragen das rezessive Rothaar-Gen immerhin in sich.

 

Schottland schmecken

Schon mal darüber nachgedacht, warum die Kiltträger nicht unbedingt für ihr Essen bekannt sind? Wir hätten hier zwei durchaus nachvollziehbare Theorien:

  • Frittierte Schokoriegel: Egal ob Mars, Snickers, Bounty oder Oreo, die Schotten sind ein Fritteusen-Volk. So gut wie alles Essbare wird ins heiße Fett geworfen. Die frittierten Riegel gehören deshalb bei schottischen Imbissen längst zum Standardangebot.
  • Gefüllter Schafsmagen mit Innereien: Nichts für Zartbesaitete! Das Nationalgericht besteht aus Haggis, Neeps und Tatties. Übersetzt ist das Kleingehacktes aus Herz, Leber und Lunge des Schafes, das im Schafsmagen gekocht wird. Dazu reichen die Schotten zerstampfte Kartoffeln (Neeps) und Rüben (Tatties).  Selbst das Moorhuhn hat es auf die Speisekarte der Nordeuropäer geschafft.

 

Wir lieben allerdings das Shortbread! Auch wenn die Mischung des Gebäcks aus 3 Teilen Mehl, 2 Teilen Butter und 1 Teil Zucker nicht unbedingt zu den gesündesten Lebensmitteln zählt. Dafür passen sie perfekt zur heiß geliebten Tea Time!

 

„Trink niemals Whisky ohne Wasser und trink niemals Wasser ohne Whisky.“ Dieses schottische Sprichwort bringt uns zum Nationalgetränk. Neben schwarzem Tee ist das „Wasser des Lebens“ quasi ein Grundnahrungsmittel. Aktuell gibt es (Stand Juli 2017) 111 Brennereien in Schottland. Einige bieten Führungen und Verkostungen an. Der Mindestalkoholgehalt der bernsteinfarbenen Flüssigkeit liegt bei 40 Prozent. Whisky ist ein richtiger Exportschlager und wird in 190 Länder geliefert. Ganz vorne dabei sind die USA, Frankreich und Singapur.

 

Das waren unsere Highlights aus Schottland. Wenn ihr noch weitere Geschichten auf Lager habt, möchten wir sie gerne hören beziehungsweise lesen J.

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