Tropenparadies Bali – die Insel der Götter und des Lächelns!

von Edis

Bali: Ein Urlaubsparadies zwischen Tradition und Tourismus.
Bali steht bei vielen ganz weit oben auf der Reiseliste. Typisch für das Urlaubsparadies sind Strände, Reisfelder, unfassbar viele Tempel, Surf-Sport und auch Yoga.

Bali ist für viele ein Sehnsuchtsort - eine Insel der Träume mit Palmenstränden, reich verzierten Tempeln und üppig-grüner Natur. Und tatsächlich: Trotz sonnenhungriger Touristen aus aller Welt, die auf Bali regelmäßig die schönsten Tage des Jahres verbringen, hat sich diese kleine indonesische Insel ihren Zauber bewahrt. Zu tief sind die Balinesen ihren Göttern verbunden, als dass sie sich fremden Einflüssen beugen würden. Täglich verteilen sie Blumenopfer in den Straßen und rund ums Jahr halten sie die Götter mit Tempelzeremonien, Tänzen und Opferritualen bei guter Laune. Wer weiß, vielleicht haben die Götter die Insel deshalb so reich gesegnet und ihr eine blühende Natur und sanftmütige Menschen geschenkt?

Es geht los! Wir sind zu Wayan ins Taxi gestiegen. Er begrüßt uns mit einem strahlenden Lächeln – ein klarer Beweis für sein ausgeglichenes Wesen, denn wir stecken im Stau. Das, so muss man wissen, ist in Bali nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall. Die Motorroller, manchmal abenteuerlich mit Haustieren und einer Kinderschar beladen, schlängeln sich geschickt durch den Verkehr, für die Autos geht es nur gemächlich voran. Doch wer ein paar Tage in Bali verbracht hat, wird unweigerlich von der entspannten, stets freundlichen Art der Balinesen angesteckt und lässt sich von den kleinen Widrigkeiten des Alltags nicht mehr aus der Ruhe bringen. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum dieses kleine Eiland zwischen Java und Lombok diesen besonderen Zauber ausstrahlt, dem sich kaum ein Besucher entziehen kann. Wayan jedenfalls nutzt die Zeit, um uns über die Namensgebung in seiner Heimat aufzuklären. „Bei uns heißen alle Wayan, Made, Nyoman oder Ketut“, erklärt er. Vier Namen für eine ganze Insel? Ja, so ist es. Die Eltern nennen ihr erstgeborenes Kind Wayan, das zweite Made, das dritte Nyoman, das vierte Ketut. „Beim fünften geht es wieder mit dem ersten Namen los“, sagt Wayan und lächelt noch breiter. Dieses System führt natürlich schnell zur Verwirrung, so dass sich viele Balinesen einen zusätzlichen, meist westlichen Namen geben, einen, der gerade im Trend liegt. „Sagt einfach Tom zu mir“, bietet Wayan an und hupt dreimal kurz. Das ist in Bali kein Ausdruck von Ärger, sondern bittet nur um Aufmerksamkeit oder heißt, dass man dem Nachbarwagen den Vortritt lässt.
 

20.000 Tempel: Goldene Schärpen für die Altäre

Die Insel besitzt über 20.000 Tempel (Familientempel, öffentliche Tempel, Wassertempel).
Jeder Tempel ist regelmäßig Schauplatz von traditionellen Gedenkfesten.

Am nächsten Tag hat Wayan keine Zeit. In seinem Dorf ist Tempelfest. Jeder Ort auf Bali hat mindestens drei große Tempel, dazu besitzt jedes Haus einen eigenen Familientempel. Mindestens 20.000 Tempel sind auf der Insel versammelt, steinerne Altäre mit goldenen Schärpen und Blumengirlanden oder prächtige Anlagen inmitten blühender Parks oder, wie der Wassertempel Ulun Danu, ans Ufer eines heiligen Sees gesetzt. Jeder Tempel ist überdies Schauplatz von regelmäßigen Tempelfesten, so dass es fast unmöglich ist, als Bali-Besucher nicht wenigstens einmal Augenzeuge eines solchen bunten und eindrucksvollen Treibens zu werden. Die ganze Insel ist durchdrungen vom unerschütterlichen Glauben der Balinesen. Sie folgen der Hindu-Dharma-Religion, einer einzigartigen Melange aus Hinduismus, Buddhismus und animistischen Elementen. Die Balinesen leben in einer Welt voller Götter, Geister und Dämonen, von denen letztere permanent durch kleine Opfergaben besänftigt werden müssen. Und so stolpert der ausländische Gast schon morgens beim Tritt aus dem Hotel oder Frühstücksraum fast unweigerlich über ein Bambuskörbchen, in dem liebevoll Blütenblätter, oft dekoriert mit Keksen oder Bonbons, arrangiert sind. Eng verbunden mit der Welt der Götter und Dämonen sind die balinesischen Tänze. Zum Klang von Trommeln, Flöten, Xylophonen und Bronzegongs  werden tanzend wundersame Geschichten auf die Bühne gebracht. Da stehlen Dämonen die Geliebte, Gut und Böse ringen um die Macht und Götter werden in gefährliche Tiere verwandelt.
 

Strandleben: Entspannung im Osten, Party im Westen

Wer Ruhe liebt, sucht sich ein Domizil an der Südostküste.
Klares Wasser, feiner Sandstrand: der "Padang Padang Beach" in Bali

Das touristische Zentrum Balis liegt im Süden der Insel, rund um die Hauptstadt Denpasar und nicht weit vom Kreuzfahrthafen Benoa entfernt. Wer Ruhe liebt, sucht sich ein Domizil an der Südostküste und wählt zum Beispiel Sanur mit seinem kilometerlangen hellen Sandstrand. Das vorgelagerte Riff sorgt dafür, dass die Brandung draußen bleibt und Gäste entspannt ihren Badefreunden nachgehen können. Kleine, bunt bemalte Fischerboote, die Jukung, dümpeln im Wasser und an der Promenade reihen sich Strandrestaurants auf. Spaß und Party, gepaart mit tollen Stränden, warten dagegen im Südwesten, vor allem in Kuta. Dort haben auch die großen und komfortablen Hotels ihre Dependancen. Fans der Westküste argumentieren vor allem mit zwei Vorteilen: Von hier bietet sich der perfekte Sonnenuntergang und die eindrucksvollen Wellen laden zum Surfen ein.
 

Tour de Natur: Bali punktet mit üppigem Grün und mächtigen Bergen

Eine wunderbar exotische Natur erwatet die Besucher auf der Insel
Palmen, bunte Korallenriffe und mächtige Vulkane schmücken die wunderschöne Insel

Doch diese von den Göttern gesegnete Insel bietet neben reicher Kultur und entspanntem Strandleben auch noch eine wunderbar exotische Natur. Neben den von Palmen gesäumten Küsten und den bunten Korallenriffen locken mächtige Vulkane, duftende Frangipani-Bäume und hellgrün leuchtende Reisterrassen, die so kunstvoll angelegt sind, dass sie Treppen zum Himmel genannt werden. Im Landesinneren erhebt sich ein mächtiges Gebirge, gekrönt vom 3.148 Meter hohen, aktiven Vulkan Gunung Agung, dem Wohnort der Götter. Dort hausen die Geister der Ahnen und der hinduistische Gott Shiva. Tiefe Schluchten durchziehen die üppig bewachsenen Berge, Wasserfälle donnern in die Tiefe oder perlen glitzernd durchs Grün. An den steilen Berghängen leuchten die Reisfelder, die durch ein ausgeklügeltes System bewässert werden, so dass jeder Reisbauer ausreichend Wasser für eine gute Ernte erhält.
 

Strände aus Lava: Der Norden zeigt eine schroffe Schönheit

Die Delfinstatue steht am zentralen Binaria-Platz.
Die bekannte Statue weißt darauf hin, dass hier die Delfin-Touren starten

Im schrofferen Norden locken Strände aus schwarzem Lavasand. Ein entspanntes Urlaubsziel dort ist Lovina Beach. Hier flattern bunte, von Hand bemalte Drachen, die wie Mobiles aus biegsamem Bambus gebaut sind, im tropischen Wind. Die Wellen plätschern sanft an den Strand und die Delfinstatue am zentralen Binaria-Platz weist darauf hin, dass hier die beliebten Touren auf der Suche nach den Verwandten von Flipper starten. Ein wunderbares Ziel im Norden ist der Wassertempel Ulun Danu. Über kleine Straßen geht es vorbei an Palmen, Mangobäumen und von Lianen umschlungenen Banyantrees hoch in die Berge. Wie eine Fata Morgana scheint der Ulun Danu Tempel über dem heiligen Bratan-See zu schweben. Die Tempeltürme spiegeln sich im Wasser und hinter der Szenerie erhebt sich malerisch eine geschwungene Bergkulisse. Am schönsten ist ein Besuch am Morgen, wenn die Anlage nicht überlaufen ist und man die heilige Aura dieses Ortes spüren kann. Nicht weit entfernt lockt ein traumhaft schöner Panoramaausblick auf die Zwillingsseen Buyan und Tamblingan, die einst verbunden waren und im 19. Jahrhundert durch einen Erdrutsch getrennt wurden. Wer am Aussichtspunkt stoppt, wird sicher Besuch von den kleinen, flinken Affen bekommen, die durch die Bäume turnen. Oder er lässt sich gegen ein kleines Entgelt für ein Erinnerungsfoto mit Waranen, Schlangen und Fledermäusen fotografieren.
 

Achtung, freche Diebe: Im Ubud sind die Affen los

Ubud ist die Stadt der Kunst und Kultur
Das Highlight in Ubud ist der auf der ganzen Welt berühmte Monkey Forest. Aber Achtung: Die Affen haben es faustdick hinter den Ohren!

Wer Gefallen an den Affen gefunden hat, sollte auf jeden Fall Ubud besuchen. Eingebettet in üppige Natur und Reisterrassen schlägt im zentralen Hochland Balis das kulturelle Herz der Insel. Ubud ist die Stadt der Kunst und Kultur. Nirgendwo sonst begegnet man einer derartigen Vielzahl von Galerien und Holzschnitzer-Läden (von Kitsch bis Kunst ist hier alles zu finden), das der Dekoration dienen könnte. Wer Hochwertiges sucht, sollte die Künstlersiedlung Batuan besuchen, in der zahlreiche Galerien Gemälde, häufig mit Motiven aus der Mythologie, zum Kauf anbieten. Das Highlight Ubuds ist jedoch der Monkey Forest, der Affenwald. Rund 600 Makaken-Affen leben frei in diesem kleinen Wäldchen, das den Balinesen heilig ist. Die Makaken turnen über die mit Moos bewachsenen Statuen, klettern an mächtigen Hängewurzeln in die Bäume oder sitzen im Haupttempel auf der Brüstung. Für ein kleines Eintrittsgeld können Besucher den Monkey Forest betreten und sich dem Ansturm der quirligen und zugleich sehr frechen Tiere stellen. Wer eine Banane in der Hand hält, kann mit hautnahem Kontakt rechnen. Die Makaken springen behände auf Arme und Schulter und greifen schnell mal nach den leckeren Früchten. Ein tolles Foto ist garantiert!
 

Elefantenhöhle: Wo früher Eremiten hausten

Doch ein Ausflug nach Ubud bietet noch vieles mehr. Nicht weit entfernt liegt wunderschön eingebettet zwischen Reisterrassen und Palmenhainen ein verzauberter Ort, die Königsgräber von Gunung Kawi. Die zehn steinernen Schreine, die aus der Felswand geschlagen wurden, stammen aus dem 11. Jahrhundert und gehören zu den bedeutendsten Stätten Balis. Angeblich hat der Riese Kebo Iwo sie mit seinem mächtigen Fingernagel aus dem Berg gekratzt. Der gleiche Riese, so sagt die Legende, war auch in Goa Gajah tätig. Hier findet sich die Elefantenhöhle, früher ein heiliger Platz und Gebetsort von Eremiten. Vor dem Eingang in das Verlies finden sich Badebecken, die einst von sechs Himmelsnymphen mit heiligem Wasser gespeist wurden. Ein wenig mulmig wird es uns, als wir durch die Höhlentür treten, über der eine furchterregende Fratze in den Stein gehauen ist. Im Inneren empfängt uns Finsternis und eine schwül-warme Luft, die das Atmen schwer macht. Durch einen engen Gang geht es bis zu einer T-Kreuzung. Links schimmert am Ende des Gangs in einer Nische der Elefantengott Ganesha im schummrigen Licht, rechts stehen symbolhafte Figuren auf einem Altar, die auf den Gott Shiva hinweisen.
 

Kulinarische Köstlichkeiten: Frische Säfte und würziges Curry

Das Restaurant Kayun ist beliebt für seine authentische und organische Küche
Balinesische Küche - Gelber Reis, gesalzener Fisch und knusprige Entte

Nach dem ausführlichen Kulturausflug laufen wir die Steintreppe zum Parkplatz hinauf. Dort wartet, wie verabredet, bereits Wayan mit seinem Taxi. Zeit für eine Pause und einen Lunch, so lautet einstimmig der Beschluss. Wayan bringt uns zum Restaurant Kayun, beliebt für seine authentische, organische Küche. Ein wunderbarer Tipp, wie wir finden. Wir ergattern einen Platz auf einer weitläufigen, überdachten Holzterrasse, werden mit einer duftenden Erfrischungsserviette empfangen und genehmigen uns erst einmal einen Drink aus frischen Früchten und interessanter Ingwer-Honig-Note. Mit Blick auf die Reisfelder genießen wir dann ein köstliches Mahl. Geboten wird balinesische Küche mit gelbem Reis, gesalzenem Fisch und knuspriger Ente. Doch wir entscheiden uns für die vegetarisch-ayurvedischen Gerichte. Bald schon dampft eine Spinat-Curry-Suppe auf dem Tisch, dazu werden lecker gefüllte Samosa und ein indisch gewürztes Gemüsecurry mit Erdnusssauce gereicht. Wayan sitzt mit am Tisch und lobt uns: „Nun lächelt ihr ja endlich so zufrieden wie wir Balinesen.“
 

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