Weihnachten auf Englisch

von Simone Hock

Weihnachten in England
Weihnachten in England feiern. Die Geschenke dürfen auf keinen Fall fehlen.

Wir alle lieben doch Weihnachten, oder? Auch dann noch, wenn uns der in Dauerschleife spielende Song „Last Christmas“ von Wham irgendwann mal gehörig auf den Zeiger geht. Und zugegeben, auch der stressige Last-Minute-Geschenkekauf, die unglaublichen Menschenschlangen vor den Supermarktkassen und die verkohlten Plätzchenüberreste vom Backversuch gehören einfach irgendwie dazu. Bei den festlichen Weihnachtsmärkten sind sich dann wieder alle einig. Ein Hoch auf Glühwein, gebrannte Mandeln und die Currywurst mit Pommes! Zuhause wird es sich gemütlich gemacht, geschmückt und der Weihnachtsbaum aufgestellt. So weit, so deutsch.

Wir haben uns einmal angesehen, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird. Was ist typisch und was darf auf keinen Fall für ein gelungenes Fest fehlen? Wir starten heute mit den Briten und schauen mal dort durch das Schlüsselloch.
 

Wie bereiten sich Engländer auf Weihnachten vor?

Mit dem ersten Advent fällt für für britische Familien der Startschuss: Jetzt sind diese komplett im Weihnachtsfieber! Dann stellen sie den Weihnachtsbaum auf und schmücken ihn mit Unmengen an Girlanden, Kränzen und Zweigen aus Stechpalme. Bunte Lichterketten und vor allem der Mistelzweig dürfen da natürlich auch nicht fehlen. Ein Küsschen in Ehren und so…! ;-)

In dieser besinnlichen Zeit ziehen Kinder von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder, Charity-Veranstaltungen haben Hochsaion und die Post hat von Anfang bis Mitte Dezember extrem viel zu tun. Gefühlt haben wir es nämlich mit den Weltmeistern im Postkarten verschicken zu tun. Über eine Milliarde der bunten Kärtchen werden jedes Jahr versendet, trotz Messenger-Dienste wie Facebook, Whatsapp und Co. Das mag auch daran liegen, dass die Weihnachtsgrüße ein essentieller Teil der Dekoration sind. Sie werden an langen Schnüren im Zimmer aufgehängt oder auf dem Kaminsims aufgereiht.

Schon gewusst: Für den großen prachtvollen Weihnachtsbaum am Trafalgar Square sorgen jedes Jahr die Norweger. Hintergrund ist die Erinnerung an die Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
 

Wann kommt der britische Weihnachtsmann?

So mancher Adventskalender der Briten hat sogar 25 Türchen. Denn anders als bei uns werden die Geschenke erst am 25. Dezember ausgepackt. Auch wenn das je nach Länge des Geduldsfadens dann auch schon mal vor dem Frühstück sein kann. Am besten im heißgeliebten Pyjama mit Rentier- und Christbaummotiven.

Der Heilige Abend gehört deshalb den Vorbereitungen auf das üppige Weihnachtsessen am drauf folgenden Tag. Eingeläutet wird das Fest abends mit verschiedenen Messen, in denen Weihnachtslieder gesungen werden.

Bevor es allerdings ins Bett geht, werden noch schnell die Socken an den Kaminsims gehängt. Die Warmhalter für die Füße sind mit bunten Motiven und dem Namen versehen. Clevererweise fallen sie meistens überdurchschnittlich groß aus.

Als Dankeschön für den Weihnachtsmann, stellen die Kinder kleine Früchtekuchen (Mince Pies) und ein Glas Brandy in die Küche. Für die Rentiere gibt es Karotten.
 

So backt ihr perfekte Mince Pies

Die Mince Pies, die süßen Früchtekuchen aus England, sind bestens geeignet, um den Weihnachtsmann ins eigene Heim zu locken, Familie und Freunde zu beschenken oder ganz einfach zum Selbstbelohnen.

Wir haben für euch kurz zusammengefasst, wie ihr die kleinen Leckerbissen herstellen könnt. Das ausführliche Rezept von ninaustalia inklusive Zutatenliste findet ihr via Chefkoch.de unter diesem Link hier.

 

Das Rezept für die süßen Früchtekuchen aus England
Rezept für Mince Pies, wie sie die Engländer lieben.

Gibt es ein typisches Weihnachtsessen?

Das traditionelle Weihnachtsessen in Großbritannien sieht einen Truthahn vor. Er wird Gregor genannt und erhält eine Füllung aus Backpflaumen und Äpfeln oder Hackmasse mit Brot. Für uns ein wenig irritierend: Bei dem Essen werden farbige Papphüte und –kronen getragen. Sie verstecken sich in den Christmas Crackern, die auf dem Tisch verteilt liegen. Es sind bunte Knallbonbons, die auch auf keiner Weihnachtsfeier fehlen dürfen. Als Nachtisch gibt es später den flambierten Plumpudding und dazu Eierpunsch.
 

Gibt es besondere Bräuche an den Feiertagen?

Um Punkt 15 Uhr versammelt sich die ganze Familie vor dem Fernseher: Wie jedes Jahr hält die Queen ihre Weihnachtsansprache. Die Einschaltquoten sind am 25. Dezember mit kaum einem anderen Sendetermin zu vergleichen.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist Boxing Day. Gedacht ist dieser Tag für die vielen stillen Helferlein im Alltag, denen an diesem Tag kleine Geschenke gemacht werden: Briefträger oder das Personal von der Müllabfuhr. Viele Arme erhalten ebenfalls Aufmerksamkeiten. Außerdem besucht man Freunde und Bekannte.

Einige sind an diesem Tag sehr motiviert und nehmen an sportlichen Wohltätigkeitsveranstaltungen teil. Wieder andere werden umtriebig und stürmen den Baumarkt, der an diesem Tag interessanterweise den Winterschlussverkauf startet. Und da die Geschäfte am 26. Dezember schon einmal geöffnet haben, findet auch der große Geschenkeumtausch statt.

Am 6. Januar treibt in vielen Regionen von Wales eine weißvermummte Gestalt ihr Unwesen. Mari Lwyd klingelt an den Türen und stellt Rätsel. Wer nicht lösen kann, kassiert einen Biss und muss sie an dem Tag durchfüttern.

Spätestens zwölf Tage nach den Feierlichkeiten räumen die Briten die Weihnachtsdeko und die -karten abschließend fein säuberlich für das nächste Jahr wieder in den Schrank zurück.
 

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