Spanische Weihnachten feiern

von Simone Hock

Weihnachtsstimmung in Spanien
Spanische Weihnachtstraditionen und Bräuche kennen lernen.

Das Weihnachtsfieber sollte bei euch doch so langsam ausgebrochen sein, oder? Im Supermarkt kommt ihr sicherlich auch nicht mehr an den Regalen mit Lebkuchen, Spekulatius und Marzipankartoffeln vorbei. Die beleuchteten Häuser in der Nachbarschaft verbreiten eine schöne Stimmung und im Radio werden die bekanntesten Weihnachtslieder wieder rauf und runter gespielt.

Wehrt ihr euch noch immer hartnäckig gegen das weihnachtliche Treiben? Dann könntet ihr im Herzen Spanier sein. Denn die spanischen Kinder bringen mit am meisten Geduld auf, wenn es um Weihnachten und Geschenke geht. Auspacken ist in diesem Jahr nämlich nicht mehr vorgesehen.
 

Wann beginnen die Vorbereitungen auf Weihnachten?

Die fromme Zeit startet in Spanien sowieso eher spät, Adventskalender und Adventskränze sind nicht sonderlich verbreitet. Mitte Dezember geht das Schmücken dann endlich mit Lichtern und Deko los. Der Tannenbaum hat in den letzten Jahrzehnten Einzug gehalten, traditionell sind allerdings die Krippen. In Einkaufszentren, Kirchen und öffentlichen Plätzen gibt es sogar „lebende Krippen“ mit Laienschauspielern.

So richtig in Festtagsstimmung kommen die Spanier erst am 22. Dezember. Der Startschuss fällt mit dem Highlight des Jahres, der Lotería de Navidad. Die beliebte Weihnachtslotterie ist ein großes Spektakel, die Ziehung der Zahlen findet live im Fernsehen statt. Jede einzelne Ziffer wird von einem Schulchor aus Madrid vorgesungen. Fast jeder nimmt an der Verlosung teil, wenn auch nicht mit einem ganzen Los. Dafür sind nämlich 200 Euro fällig.
 

Wie verbringen die Spanier Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage?

Wir müssen gleich mal korrigieren: Es ist nicht der Heilige Abend, sondern die schöne Nacht (La Noche Buena). Wie bei uns dreht sich an den Tagen alles um die Familie, das Beisammensein und das festliche Essen.

Wenn man von Weihnachtsessen am 24. Dezember spricht, ist es bei den Spaniern, ähnlich wie bei den Engländern, der Truthahn. Gerne gefüllt mit Äpfeln, Kastanien und Pflaumen. Ebenso kommen aber auch andere Bratenvarianten, Fisch und Meeresfrüchte auf den Tisch. Als Vorspeise servieren die Gastgeber meistens Käse und Schinken. Weintrauben und Marzipan in Begleitung eines Brandys oder Cafe Cortos bilden den süßen Abschluss.

Traditionelles Weihnachtsgebäck und ein absolutes Muss ist das aus Eiern, gerösteten Mandeln und Honig hergestellte Turrón. Dicht gefolgt von Polvorón, einem ziemlich schweren, weichen und sehr krümeligen Schmalzgebäck.

Die richtigen Geschenke werden zwar noch nicht angerührt, aber dafür kommt nach dem Essen die „Urne des Schicksals“ in Spanien zum Einsatz. In dem kleinen Gefäß sind kleine Aufmerksamkeiten und auch Nieten. Jedes Familienmitglied zieht solange, bis ein Mini-Geschenk ergattert wird.

Um Mitternacht zieht es dann alle zur Messe, der Misa del Gallo. Messe des Hahns deshalb, weil der Gockel laut den Spaniern als Erster die Geburt von Jesu verkündet haben soll. Danach treffen sich die Leute auf öffentlichen Plätzen, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen.
 

Spanisches Turrón zum Naschen für Zuhause

Die beliebte Weihnachtsleckerei könnt ihr mit ein paar Handgriffen auch in der heimischen Küche zaubern. Wie ihr die spanische Versuchung zubereitet, haben wir euch in der Grafik zusammengefasst.

Die ausführliche Anleitung von mammut inklusive der Zutatenliste findet ihr auf kochbar.de.

 

Rezept für spanischen weißen Nougat
So wird die spanische Weihnachtsleibspeise gemacht.

Wann werden in Spanien denn nun die Geschenke aufgepackt?

Auch langsam ungeduldig? Wenn endlich der 5. Januar gekommen ist, fangen die Kinderaugen an zu leuchten. Dann ist Zeit für die „Dia de los Reyes“. In Spanien bringen nämlich Kaspar, Melchior und Balthasar die Weihnachtsgeschenke. Sie halten mit einem großen Umzug samt Dienern und Kamelen in den Städten Einzug und werden ordentlich gefeiert.

Am Abend stellen die Kinder Schuhe (auch Wasser sowie Stroh für die Kamele!) vor die Tür. Abgeschlossen wird Weihnachten auf Spanisch wieder mit einem Festessen. Das I-Tüpfelchen ist ein Königskranz in Ringform. Im Roscón de Reyes wird eine kleine Figur versteckt. Wer sie findet, ist König für einen Tag.

Schon gewusst: Der Dreikönigskuchen hat zwar unterschiedliche Rezepturen, wird aber auch in Frankreich, Griechenland, Mexiko, Portugal und der Schweiz gebacken. Bis in die USA, jedenfalls nach Lousiana, hat es der Brauch durch französische Einwanderer ebenfalls geschafft.

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