Kreuzfahrtverband CLIA fordert mehr Unterstützung für die Umsetzung umweltfreundlicher Technologien

von Daniela @ kreuzfahrt.de

Zukünftig müssen auch die Häfen umrüsten
Neben den Schiffen müssen auch die Häfen umweltfreundlicher werden

Für die Umsetzung umweltfreundlicher Konzepte und Technologien fordert der international agierende Kreuzfahrtverband CLIA mehr Unterstützung. In vielen Fällen ist die entsprechende Technik an Bord der Schiffe vorhanden. Besonders in den Bereichen Abwasser- und Abfallmanagement und alternative Antriebe wurden in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Meistens fehlt es jedoch an Infrastruktur in den entsprechenden Häfen, um die ökologische Kette fortführen zu können. Über wichtige Kriterien für weitere Entwicklungen im Umweltschutz sprach Helge Grammerstorf, National Director von CLIA Deutschland, auf der Reise- und Freizeitmesse f.re.e.

Zum Schutz der Umwelt braucht es mehr als nur effiziente Schiffe

Kreuzfahrtschiffe sind heutzutage schon gut ausgestattet: Eine Vielzahl der Liner verfügt bereits über Filter und Katalysatoren sowie Abgasnachbehandlungsanlagen, darüber hinaus werden treibstoffsparende Maßnahmen ergriffen. Weiterhin rüsten die Kreuzfahrtreedereien nach und nach auf Flüssiggas (LNG) und schwefelarmen Marinediesel um. Bereits im kommenden Jahr wird das erste nur mit Flüssiggas betriebene Kreuzfahrtschiff in Dienst gestellt. Unter anderem ist die Erhöhung der Verfügbarkeit von LNG in den Häfen eines der zentralen Ziele der Kreuzfahrtbranche. Laut Grammerstorf „… muss sichergestellt werden, dass Schiffe in den Häfen, die sie anfahren, mit LNG betankt werden können. Für den nächsten Schritt brauchen wir daher die Unterstützung der Häfen“. Weiterhin sind international einheitliche Vorschriften sowie Verfahrensstandards für den Fortschritt der Branche vonnöten. Auch die Politik sei gefragt. Denn in fast allen Häfen mangelt es an Landstromanschlüssen, die es bräuchte, um die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit genügend Strom zu versorgen, damit sie ihre Motoren abstellen können.

Kein ungeklärtes Schwarzwasser mehr in die Meere zu leiten – dazu haben sich die Reedereien, die sich im CLIA zusammengeschlossen haben, bereits 2015 freiwillig verpflichtet. Für die Ostsee soll es spätestens in 2021 eine Regelung geben, die dann verbindlich für alle Passagierschiffe gilt. „Die meisten Häfen der Ostseeanrainerstaaten haben noch deutlichen Nachholbedarf, wenn sie den Anforderungen gerecht werden wollen“, erklärt Grammerstorf. Um Abwässer adäquat entsorgen zu können, benötigen die Häfen eine angemessene Infrastruktur, sodass in kurzer Zeit große Mengen an Abwasser aufgenommen werden können. Das betrifft weiterhin auch die Entsorgung von Abfall, der schon auf den Schiffen getrennt und teilweise zum Recycling aufbereitet wurde.

Erste Erfolge dank großer Investitionen

Die Kreuzfahrtbranche investiert viel in den maritimen Umweltschutz. Direkt an Bord erfüllen die Schiffe bereits hohe Umweltstandards. Zahlreiche Reedereien haben sich darüber hinaus freiwillig zu weiteren Standards verpflichtet, die über gesetzliche Bestimmungen hinausgehen. Insgesamt 75 Schiffe sind europaweit schon mit Abgasreinigungssystemen unterwegs. Wäre er im Hafen verfügbar, könnten bereits 52 Schiffe im Hafen Landstrom nutzen. In ausgewiesenen Gebieten, beispielsweise in der Ost- und Nordsee, fahren die Kreuzfahrtschiffe schon heute mit schwefelarmen Kraftstoffen. Das diese Maßnahmen wirken, zeigt eine Untersuchung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Den Ergebnissen zufolge, habe die Schwefeldioxid-Konzentration in der untersten Schicht der Atmosphäre der Nord- und Ostsee um 50 – 80 % abgenommen. Zukünftig will die Branche noch mehr in umweltfreundliche Technologien investieren: Allein ca. acht Milliarden US-Dollar werden in den nächsten Jahren durch Mitgliedsreedereien des CLIA in Flüssiggas-betriebene Kreuzfahrtschiffe gesteckt.

Um auch zukünftig große Fortschritte bei den Lösungen für den Umweltschutz, besonders in Bezug auf Abfälle, Abwasserentsorgung und Schadstoffemissionen, machen zu können, plädiert der CLIA für einen holistischen Ansatz und appelliert an die Zusammenarbeit aller betroffenen Parteien.

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