Internet an Bord – Wie die Kreuzfahrtindustrie das Kommunikationszeitalter begrüßt

von Navina @ kreuzfahrt.de

Was an Bord passiert, bleibt auch an Bord. Diese Zeilen machen Sinn im Bezug auf Las Vegas, aber die Erlebnisse einer Kreuzfahrt wollen wir doch am liebsten sofort mit Freunden und der Familie daheim teilen. Immerhin sind wir durch mobile Daten an Land sehr verwöhnt und können uns nur schwer daran gewöhnen, einmal nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein. Und mal ganz ehrlich, nach dem Urlaub jedes Instagrambild mit dem #throwback zu versehen ist auch nicht besonders originell.

Doch es tut sich etwas in der Kreuzfahrtindustrie.

Die teure Vergangenheit

Zu den Orten auf Erden, die noch ohne Internet auskommen mussten, zählten bis zuletzt auch Kreuzfahrtschiffe. Die Passagiere konnten ihre Tage auf hoher See absolut isoliert zur Außenwelt verbringen, es sei denn man war bereit viel Geld für ein Telegramm oder Telefonat auszugeben.

Den ersten Schritt in Richtung des modernen Kommunikationszeitalters unternahm Norwegian Cruise Line in 1999: Das erste Internetcafé an Bord wurde vorgestellt. Alle waren begeistert, doch leider veränderte sich für die Gäste nicht viel. Die Verbindung war sehr langsam und dafür viel zu teuer.

Die Reedereien modernisieren ihre Technik

Doch das soll sich jetzt ändern und die Reedereien haben über die letzten Jahre einige Änderungen vorgenommen. So wurde zum einen die Satellitentechnologie verbessert, um höhere Geschwindigkeiten in der Verbindung zu erzielen und zum anderen, damit diverse Preismodelle für die Passagiere angeboten werden können.

AIDA Cruises und Costa Crociere

Da beide Reedereien unter der Flagge der Carnival Corporation & plc fahren und sich hauptsächlich auf den europäischen Kreuzfahrtenmarkt konzentrieren, ähneln sich auch die Internetpakete, welche an Bord zu erwerben sind. Ebenfalls Telefonate sind über ein Kabinentelefon möglich, doch mit 1,89 € pro Minute für den Anrufenden aus dem deutschen Festnetz und sogar 4,90 € pro Minute für Telefonate aus der Kabine nach draußen, sind diese Angebote nicht gerade günstig.

Ein eigenes Mobilfunknetz ermöglicht Telefonate und den Versand und Empfang von SMS Nachrichten. Für die Internetnutzung über mobile Daten oder Datenroaming, müssen die Preise beim jeweiligen Anbieter im Heimatland erfragt werden.

Damit am Ende des Urlaubs jedoch keine horrende Rechnung ins Haus geflattert kommt, bieten die Reedereien mittlerweile ein bordeigenes WLAN mit vordefinierten Datenpaketen. Insgesamt sechs verschiedene Tarife stehen den Gästen zur Verfügung. Bei der Internet-Buchung vor der Reise, gibt es sogar eine Ermäßigung in Höhe von fünf Prozent.

TUI Cruises

Telefonisch können die Gäste auch bei TUI Cruises aus der Kabine heraus telefonieren, jedoch nicht direkt angerufen werden. Die Kosten sind den Kabineninformationen zu entnehmen.

Zusätzlich kann hier auch das Handy über einen Satellitenempfang genutzt werden, doch nicht anders als bei AIDA, können auch hier hohe Kosten entstehen, da die Tarife auch zu denen an Land variieren. Eine Absprache mit dem Anbieter ist auch hier von Vorteil.

Mit dem Bau der Mein Schiff 3 hat TUI Cruises feste Internetstationen auf Deck 4 im Videogames-Bereich integriert. Doch besonders relevant ist die Erweiterung des WLAN an Bord. Dieses kann nun an mehreren Orten als früher empfangen werden. Aktuell werden drei Tarife angeboten: Es gibt den Minutenpreis á 0,49 € pro Minute sowie zwei Stundenpakete, eine Stunde für 19 € und drei Stunden für 49 €.

MSC Kreuzfahrten

Über das neue Internetangebot bei MSC Kreuzfahrten haben wir bereits umfangreich berichtet. Zur Auffrischung, geht´s hier zum Artikel.

Royal Caribbean International

Wie auch die deutschen Reedereien bietet Royal Caribbean International Kabinentelefone und die Möglichkeit der Handynutzung über Satellit an. Auch hier gilt: Den Anbieter vor dem Urlaub fragen, da die Kosten auf See sehr hoch ausfallen können.

Alle Schiffe der Flotte verfügen über WiFi-Hot-Spots an verschiedenen Orten auf den Schiffen. Auf den Quantum- und Oasis-Schiffen wirbt Royal Caribbean sogar mit einer High-Speed-Internetverbindung, die die schnellste auf den Meeren sein soll. Da die Preise hier einerseits je Schiff variieren, aber generell immer wieder neu angepasst werden, ist es ratsam, sich bei der Buchung über die aktuellen Tarife zu informieren.

Norwegian Cruise Line

Selbstverständlich schließt sich auch Norwegian Cruise Line seiner Konkurrenz an und bietet auf seiner Flotte Satellitentelefone, die für Telefonate mit dem Festland genutzt werden können. Hinzu kommt ein Hochseemobilfunkservice, mit welchem die Möglichkeiten eines Handys voll ausgeschöpft werden können. Doch auch hier heißt es aufgepasst, denn die Roaming-Gebühren sollten vorher mit dem Anbieter besprochen werden.

Weiterhin gibt es auf allen Schiffen der NCL-Flotte WLAN in öffentlichen Bereichen, aber teils auch auf den Kabinen, außer auf der Sky und Pride of America. Außerdem gibt es auf den Schiffen Internetcafés. Um es den Gästen so angenehm wie möglich zu gestalten, sind die Tarife hier sehr übersichtlich: Die Einrichtungsgebühr kostet einmalig 3,95 $ und ab dann zählt der Minutentarif von 0,95 $ pro Minute.

Hapag-Lloyd Cruises

Auf allen vier Schiffen der Flotte gibt es ein gutes Satellitensystem, welches eine Telefonverbindung weltweit sowie die Möglichkeit des Faxens bietet, die letztere ist jedoch kostenpflichtig. Auch Mobiltelefone können hier genutzt werden, allerdings zu differierenden Roaming-Gebühren, die im Vorfeld mit dem Mobilfunkanbieter besprochen werden sollten.

Das Internetangebot variiert zwischen den Luxusschiffen MS Europa und MS Europa 2 und den Expeditionsschiffen MS Hanseatic und MS Bremen. Auf den Europa-Schiffen gibt es ein umfangreiches Paket: Dieses bietet den Zugriff auf Filme und Musik über den Fernseher sowie ein eigenes Email-Postfach, sodass die Passagiere kostenlos ihre wichtigen Emails empfangen und senden können.

Auf den Expeditionsschiffen können ebenfalls Emails bis zu 1 MB kostenlos versandt werden.

Einen WLAN-Zugang gibt es auf allen Schiffen an diversen Orten und teilweise auch auf den Kabinen, jedoch immer kostenpflichtig. Die detaillierten Preise können vor Reiseantritt erfragt werden und alternativ sind sie auch in den Informationsbroschüren an Bord erhältlich.

Eine Ausnahme wird jedoch hervorgehoben: Die Destinationen der Expeditionsschiffe wie Nordostpassage, Arktis und Antarktis, können den Internetempfang stören, sodass nicht immer eine Verbindung gewährleistet werden kann.

Hurtigruten

Auch bei der norwegischen Reederei gibt es die Möglichkeit, sein Smartphone über das Mobilfunknetz des jeweiligen Schiffes zu nutzen. Der Tipp, sich vorher über Roaming-Gebühren zu informieren, gilt natürlich auch für Hurtigruten, da diese immer von den Mobilfunkanbietern abhängen.

Auf allen Schiffen, außer der MS Lofoten, werden den Passagieren Internetcafés geboten sowie WLAN in den meisten öffentlichen Bereichen.

Und wie kann ich am besten Geld sparen?

Zum einen sollte man von den Telefonaten über die Satellitenverbindung absehen. Diese Kosten können schnell ausufern. Dasselbe gilt für die Internet-Minutenpakete, denn ehe man es sich versieht, hat man eine Stunde mit den Freunden gechattet.

Zudem, ein ratsamer Tipp für jeden Auslandsaufenthalt, sollten die mobilen Daten sowie das Datenroaming ausgeschaltet bleiben. Am besten wird sich nur an Hotspots orientiert. Für alle, die nicht ständig online sein müssen, empfiehlt es sich, die internetfreie Zeit an Bord zu genießen und erst bei Landgängen ein Café mit kostenlosem WLAN aufzusuchen.

Doch mit den Paketangeboten von TUI Cruises und MSC Kreuzfahrten, ist die digitale Revolution an Bord in vollem Gange. So hat man die Kontrolle über seine Kosten und kann nach Lust und Laune auch auf dem Wasser surfen.

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